Mundo Azul

Juli 2000

Wissenschaftlichen Forschungsexpedition

Expedition zu den geheimnisvollen Seen der Wolkenkrieger

Mundo Azul
Bilder einer früheren Expedition
Allgemeine Information zu Peru und zum Bergregenwald
Die Wolkenkrieger
Die Expedition
Der Expeditionsablauf
Zeitplan
Kosten
Aktivitäten und Befähigungsnachweis
Bewerbung
 

Die peruanische Forschungs- und Umweltschutzorganisation "Mundo Azul" führt im Juli diesen Jahres eine wissenschaftliche Forschungsexpedition zu vier Bergseen im nürdlichen Bergregenwald Perus durch. Für qualifizierte Taucher mit eigener Ausrüstung bietet die Organisation die Teilnahme an der Expedition an.

Aktuelle Meldung vom 6. Juni 2000:
Momentan sind wir neun Teilnehmer. Zwei Taucher von Mundo Azul, zwei Taucher von der DEGUWA, ein deutsches Fernsehteam mit drei Mann und zwei Fotografen. Wir haben rund 1500 Kilogramm Cargo und werden 34 Mulis und 9 Helfer benutzen, um an die erste Lagune 
ranzukommen. Nach der ersten Lagune verlassen uns die Fotografen und das Filmteam und wir bereisen die anderen drei Seen in kleiner Gruppe.

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Mundo Azul

Mundo Azul ist eine gemeinnützige peruanische Organisation zur Erforschung und zum Schutz mariner und aquatischer  Ökosysteme in Peru. Zu den Aktivitäten der Organjisation geh&oauml;ren unter anderem auch ein Umwelterziehungsprogramm für peruanische Schulkinder, gesponsort von der PADI-Aware-Foundation und biologische Forschungsprojekte an der peruanischen Küste. Der Projekt-Direktor und Wissenschaftliche Direktor von Mundo Azul, 
der deutsche Biologe, Buchautor und ehemalige Greenpeace-Mitarbeiter, Stefan Austermühle, ist der Leiter der Expedition an die Seen der Wolkenkrieger.

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Allgemeine Information zu Peru und zum Bergregenwald

Peru gehört zu den zwölf megadiversen Ländern der Erde die rund 70 % des Artenreichtums unseres Planeten beherbergen. Auf einer Fläche mehr als viermal so gross wie die Bundesrepublik Deutschland leben nur rund 24 Millionen Peruaner. 50 % davon an der Küste und 7 Millionen davon in der Megastadt Lima. Der Rest des Landes ist nur dünn besiedelt.

Peru besteht im Wesentlichen aus drei grossen Klimazonen: der Wüste entlang der dreitausend Kilometer langen Pazifik-Küste, den Anden und dem peruanischen Anteil am Amazonasgebiet. Der Bergregenwald bildet den Übergang von den östlichen Andenhängen in den Amazonas und beheimatet eine unvergleichliche Vielfalt von Vögeln, Schmetterlingen und Orchideen.

Wegen seiner Höhenlage herrscht im Bergregenwald ein eher kühles feuchtes 
Klima. Die Wolken haben hier direkten Bodenkontakt und es regnet den grössten 
Teil des Jahres. Dadurch sind weite Gebiete nahezu unzugänglich da 
Erdrutsche, Schlammlawinen und &Uauml;berschwemmungen regelmässig die 
Verkehrsverbindungen zusammenbrechen lassen.In der nur wenige Monate 
dauernden Trockenzeit regnet es nur alle paar Tage. Die Tagestemperaturen 
können dann bei Sonnenschein durchaus 28-30 Grad erreichen. In der Nacht 
sinken die Temperaturen jedoch teilweise bis unter 10 Grad ab. 


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Die Wolkenkrieger

Das Expeditionsgebiet liegt im Gebiet, das vor rund 1500 Jahren vom Amazonas 
her durch die Chachapoya-Kultur besiedelt wurde. Vor 800 Jahren wurden die 
Wolkenkrieger von den Inka überrannt, in deren Bruderkrieg zerrieben und 
schliesslich durch eingeschleppte europäische Krankheitserreger der Eroberer 
ausgerottet. Heute erinnern nur noch hunderte unterm Regenwald versunkene 
Ruinen ganzer Städte an die hochgewachsenen kahlrasierten und 
furchteinflössenden Krieger, deren Frauen von den Inka als die Schönsten des 
Kontinents beschrieben worden waren.


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Die Expedition

Die Expedition von Mundo Azul hat die Erstbetauchung von vier Seen im 
Bergregenwaldgebiet zum Ziel. Die vier Seen liegen in unterschiedlichen 
Höhenstufen (800 Meter, 1800 Meter 2600 Meter und 3000 Meter). Zwei der Seen 
sind sehr unzugänglich. Neben abiotischen Daten wie Tiefe, Sichtweiten, 
Temperaturen und Bodenbeschaffenheit sollen Artensammlungen durchgeführt 
werden und das archäologische Potential von mindestens zwei Seen erforscht 
werden. Man vermutet, dass die beiden Seen den Chachapoya als Opferstätten 
gedient haben. Die Ergebnisse sollen durch Unterwasserkartierungen, sowie 
filmische und fotografische Dokumentation festgehalten werden.


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Der Expeditionsablauf

Hinweis: Die Planung einer wissenschaftlichen Expedition mit Finanzierung aus 
dem kommerziellen privaten Bereich in ein derart unzugängliches Gebiet ist 
ein äusserst dynamisches Geschehen. Unvorhersebare Ereignisse im 
Wettergeschehen können noch während der Expedition zur völligen Umplanungen 
der Expeditionsverlaufes oder gar zu deren Scheitern führen. Die folgende 
Expeditionsplanung und die anschliessenden Kostenvoranschläge sind daher nur 
vorläufige und ungefähre Angaben, die sich täglich ändern können. Besonders 
im Kostenbereich hoffen wir durch unsere fortlaufenden Sponsoringbemühungen 
noch erhebliche Vergünstigungen für die Expeditionsteilnehmer zu erreichen. 

Wichtig ist, das die Expedition keine kommerzielle touristische Veranstaltung 
sondern ein wissenschaftliches Unterfangen ist. Die teilnehmenden 
Wissenschaftler und Profitaucher verdienen keinerlei Gehälter, sondern 
bringen zum Teil eigenes Kapital und private Ausrüstung ein, um diese 
Expedition zu verwirklichen. Die nachfolgenden Teilnahmepreise werden allein 
zur Deckung der Expeditionskosten genutzt.


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Zeitplan
 
7. Juli 2000: Ankunft der Expeditionsteilnehmer in Lima, Peru
8. Juli: Weiterflug nach Chiclayo, einer Küstenstadt im Norden Perus
Dann Weiterreise per Kleinbus nach Leymebamba, dem Ausgangsort im 
peruanischen Bergregenwald.
9. Juli: Anreise zur Laguna de los Condores (2500 Meter Höhe). Eventuell per 
Helikopter aber wahrscheinlicher mit Mulis und Pferden. In diesem Fall 
mindestens 12 Stunden anstrengender Ritt durch den Bergregenwald, sowie über 
einen 3600 Meter hohen Pass. Wir schätzen für den Transport der Ausrüstung 
und Personen brauchen wir für je drei Taucher 13-15 Pferde und 5-6 
einheimische Helfer, um das unwegsame Gelände zu passieren. 
10. Juli: Erste Begutachtung des Sees, Tauchgangsplanung, Möglichkeit für ein 
halbtägiges Trekking zu den Ruinen und Mausoleen der Chachapoyas
11-14. Juli: Betauchung der Laguna. Die Laguna de los Condores liegt in einem 
tiefen Taleinschnitt und streckt sich schlauchförmig etwa zwei Kilometer. 
Tiefe unbekannt. Die Nordseite wird von einem mehrere hundert Meter hohen 
Felsabfall gebildet, der sich höchstwahrscheinlich unter Wasser fortsetzt. Am 
Westende münden kleine Wasserfälle in den See, am Ostende fliesst ein kleiner 
Fluss ab. Die Südseite besteht aus einem von dichtem Bergregenwald bedeckten 
steilen Berghang. Die Seeufer sind morastig und unzugänglich. Das Wasser ist 
tiefschwarz, an der Oberflche klar und relativ unbewegt. In den Felsklippen 
am See findet man noch heute zahlreiche unberührte Mumien, die nur mit 
alpinem Klettergerät erreicht und vom See aus mit Ferngläsern gesehen werden 
können. Der See hat wahrscheinlich auch als Opferstätte gedient und daher 
wird auch nach Resten dieser Aktivität gesucht werden.
15. Juli: Rückweg nach Leymebamba
16. Juli: Anreise zur Laguna Mishakocha. Die Laguna Mishakocha liegt oberhalb
des Bergregenwaldes in der Gras-Zone in einer geologischen Felsformation, die 
ein ehemaliger Vulkankrater gewesen sein könnte. Sie ist relativ klein, so 
dass nur ein Tauchtag geplant ist. Die Laguna Mishakocha ist kreisrund mit 
einem Durchmesser von schätzungsweise 600 Meter. Sie ist hufeisenförmig von 
Felsen umgeben und hat einen kleinen Abfluss. Auch diese Lagune ist 
legendenumwoben. Wegen ihres geheimnisvollen Farbwechsel des Wassers wird
sie auch die Lagune der sieben Farben genannt und es geht die Sage, dass 
Menschen, die an ihren Ufern zu singen beginnen einen lokalen Regenschauer 
auslösen.
17. Juli: Letzter Teil der Anreise mit Pferden zur Laguna Mishakocha. Tauchgänge und Abreise
18. Juli: Abreise nach Leymebamba
19. Juli: Anreise zur Laguna Pomakocha. Die Laguna liegt auf dem Weg zur 
Laguna Azul in leicht zugänglichem Gelände auf ca 1800 Meter Höhe im 
landwirtschaflichen Bereich.
20. Juli:  Tauchtag in der Laguna Pomakocha
21. Juli: Weiterreise zur Laguna Azul
Die Laguna Azul liegt in der Übergangszone zwischen Bergregenwald und 
Amazonas-Tieflandregenwald auf rund 800 Meter Höhe. Sie ist hervorragend 
geeignet, um Vögel zu beobachten und sollte eine reichhaltige Fischfauna 
beherbergen. Unter anderem lebt hier der über 2 Meter grosse "Paiche"
22.-23. Juli Tauchtage
24. Juli: Regenwaldtrekking und/oder Bootsausflug
25. Juli Rückreise (Land und Flug) nach Lima
26. Juli Reservetag - Wir haben einen Puffertag für unvorhergesehene Ereignisse
eingeplant. Sollten wir rechtzeitig in Lima ankommen, können wir noch einen Tauchbesuch an einer Seelöwenkolonie machen oder einfach nur ausruhen.
Klar gibts abends eine Expeditionsfete
27. Juli offizieller Abreisetag

Für Leute, die mehr Zeit haben, können wir zusätzlich Tauchausflüge an der 
Küste organisieren oder einen Besuch der Inkastadt Cusco und Machupichu. - 
Dies ist allerdings nicht im Expeditionspreis inbegriffen.


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Kosten

Die Kosten der Expedition beinhalten ausser dem Langstreckenflug nach Peru 
alle Kosten (Hotels, Vollpension, Transporte, Transport des Equipments, 
Einheimische Helfer und Guides, Transporttiere, usw.

Momentan liegen die Kosten für eine Teilnahme an der gesamten Expedition bei 
maximal 4500 Dollar pro Person. Wir hoffen, dass wir durch weitere 
Sponsoringaktivitäten diesen Preis noch um einiges drücken können, dies kann 
aber nicht garantiert werden. Eventuell ist es auch möglich nur an der 
Expedition zur Laguna de los Condores teilzunehmen und dann 
eigenverantwortlich zurückzureisen. Die Kosten dafür dürften sich bei 2500 
Dollar einpendeln.

Aktuelle Meldung:
Der Teilnahmepreis ist durch Sponsoringerfolge von 4500 Dollar pro Person auf inzwischen 3000 Dollar gesunken und ich erwarte noch eine weitere Verbilligung. (6. Juni 2000)

Da es sich nicht um eine kommerzielle Veranstalltung handelt übernimmt Mundo 
Azul keinerlei Haftung für eventuelle Personen oder Sachschäden während der 
Expedition. Der Veranstaltungsleiter hat jederzeit das Recht, Personen die 
sich wiederholt Expeditionsschädigend verhalten, von der weiteren Teilnahme 
auszuschliessen. Im Vordergrund der Expedition stehen die wissenschaftlichen 
Ergebnisse. Der Verlauf der Expedition kann daher, falls notwendig durch den 
Expeditionsleiter und die weiteren verantwortlichen Personen geändert werden.

60 % des Expeditionspreises müssen mindestens 4 Wochen vor Antritt auf dem 
Konto von Mundo Azul eintreffen, um Buchungen, Hotels und Transporte 
vorauszubezahlen. Der Rest der Summe muss bei Ankunft in Lima gezahlt werden.

Die Teilnehmer sollten auf eigene Initiative Reiserücktritssversicherungen 
und Unfallversicherungen abschliessen, die diese Aktivitäten abdecken.

Die Expeditionsteilnehmer werden aktiv und zeitnah in jede weitere Phase der 
Expeditionsplanung eingeschlossen.

Die Expeditionsteilnehmer müssen Ihre eigene Taiuchausrüstung stellen. Die
Ausrüstung muss Hochgebirgssee-tauglich sein (Trockentauchanzug)

Die Zahl der zusätzlichen Taucher ist neben den bisher vier eingeplanten 
Tauchern auf maximal drei bis vier begrenzt. 


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Aktivitäten und Befähigungsnachweis

Die zusätzlichen Taucher können bei allen Aktivitäten mithelfen: 
Artensammlung und Fixation der Proben, Unterwasserfotografie (falls Kamera 
vorhanden), filmische Unterwasserdokumentation (falls Kamera vorhanden), 
Suche nach archaeologischen Fundstücken, Unterwasserkartierung.

Falls nötig und durch die Tiefe der Seen möglich, werden eventuell auch 
Dekompressionstauchgänge durchgeführt. Expeditionsteilnehmer mit Erfahrung in 
Dekompressionstauchgängen können auch an diesen Tauchgängen teilnehmen.

Die Expedittionsteilnehmer sollten nachweisen können, dass Sie Erfahrung im 
Bergseetauchen besitzen. Sie sollten über ausreichende körperliche Fitness 
verfügen. 

Da wir weit weg von jeder Druckkammer operieren, werden wir bei allen 
Expeditionsteilnehmern darauf achten, dass alle Risiken wie Nikotin- oder 
Alkoholgenuss auf ein Minimum reduziert werden. Selbstverständlich muss jeder 
Expeditionsteilnehmer vor Antritt seine Tauchtauglichkeit schriftlich 
nachweisen. 

Bei Interesse und falls alle Voraussetzungen von seiten des Tauchers erfüllt 
werden, werden wir die Teilnahme und deren Bedingungen schriftlich fixieren.


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Weitere Nachfrage und Bewerbung an

Mundo Azul
Stefan Austermühle
Las Acacias 185 A
Lima - Miraflores
Peru

Email:
mundoazul@computextos.net oder 
Sauster@aol.com
 

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