Reisebericht

Juli 1999

Insel: Elba
Tauchbasis: Tauchbasis Ondasub in Marina di Campo
 

Liebe Tauchfreunde,

gerade zurückgekehrt von einer Woche Elba komme ich nicht umhin, Euch meine Erlebnisse auf Elba mit der Tauchbasis Ondasub in Marina di Campo mitzuteilen.

Um es vorweg zu nehmen, es war einmalig schön. Die Anreise mit dem Auto und der Fähre Piombino-Elba kostet ca. die Hälfte wenn man direkt über Italien bucht. Die Tauchbasis hat eine eigene Optionsnummer mit der man zwischen 30-50% Ermässigung erhält. Allerdings ist unbedingt eine Vorausreservierung erforderlich. Für uns (2 Personen Hin- umd Rückfahrt inkl. Auto) hat der Transfer Piombino-Elba-Piombino mit Toremar nur ca. DM 145,- gekostet statt wie im Reisebüro DM 280,- als "Schnäppchen-Angebot".

Die Tauchbasis ist ausgestattet mit 2 grossen Bauer-Kompressoren, 46 15-Liter-Flaschen und 6 12 Liter-"bombole". Ausserdem verfügt sie über mehrere komplette Mares-Ausrüstungen und ein eigenes Boot, das ca. 30 Personen aufnehmen kann. Die Leitung liegt in der Familie. Patrizio Mazzarri ist PADI-Staff Instructor und begleitet fast alle Tauchgänge selbst. Sein Vater Ermanno ist hauptsächlich in der "uffizio", betätigt sich aber auch gerne mal als Kapitän. Die Schwester Angela ist Divemaster und auch im Büro tätig, begleitet aber auch selber Tauchgänge.

Deutsche findet man kaum in der Basis, gesprochen wird nahezu ausschliesslich Italienisch, wenig Englisch. Trotzdem sollte man sich davon nicht abschrecken lassen. Anfangs waren die Leute etwas reserviert, nach ein  paar Tagen hat sich das aber gegeben und meine Freundin und ich wurden in den Kreis der "amici" aufgenommen. Dazu gehört natürlich dann auch der  gemeinsame Besuch mit 20 Personen im "risorante", Kind und Kegel, ca. 30 Gängen (antipasti, primi, secondi, dolce, caffé etc. etc) und garantiert keinem abschliessendem Capuccino (fürchterlich verpönt bei Italienern nach 12.00 Uhr mittags). Kurz gesagt, eine sehr freundschaftliche und lockere Atmosphäre.

Angefahren werden ca. 20 Tauchspots rund um die Insel mit Schwepunkt Marina di Campo. Zu sehen gibts die bekannte "Madonna" auf 18m, den "Berliner Bär", Capo di Fonza u.a. in diesem Bereich. Sehr gut gefallen hat uns auch Sant Andrea auf der Nord-West-Seite der Insel mit Supersichtweiten und das Wrack in Pomonte. Beide "posti" sind übrigens auch sehr leicht vom Strand zu erreichen. Füllstationen, die auch Flaschen ausleihen findet man überall auf der Insel.

Preis pro Tauchgang beträgt ca. DM 50,- mit eigener Ausrüstung, inkl. Bootsfahrt, Flasche, Blei. Bei mehreren Tauchgängen gibts entsprechende Ermässigungen. Ein Nachttauchgang kostet DM 60,-. Begleitet werden alle TGs von Patrizio, de, Divemaster Nello, Angela oder dem "Neuen", der jetzt diese Woche auf die Basis kommen soll. Alle Guides kennen sich gut aus und machen sichere Tauchgänge. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist allerdings die italienische Umgangsweise mit der Unterwasserwelt. Nach dem Motto: Wenn der Octopus nicht zu mir will, dann muss ich ihn eben rausholen, wenn nötig mit Gewalt. Wer auch gerne nach jedem Tauchgang entspannt und ruhig an Deck liegen möchte, kommt vielleicht nicht ganz auf seine Kosten. Die italienische Lebensart scheint so etwas nicht zuzulassen, das "telefonino" ist überall, wirklich ÜBERALL, dabei. Trotzdem kann man ihnen irgendwie nichts übelnehmen. Wir haben Patrizio niemals missgelaunt erlebt sondern stets mit einem Lächeln. Sogar dann, als die Küstenwache ihm DM 600,- Strafe wegen defektem Bordmotor aufbrummen wollte (was dann doch nicht geschehen ist). Fragen, Anregungen, Sorgen etc. konnten wirklich jederzeit angebracht werden und wurden stets freundlich aufgenommen.

Getaucht wird jeden Tag um 9.00 und um 15.00 Uhr. Einmal die Woche gibt’s einen Nachttauchgang und je nach Nachfrage auch Ganztagesausflüge nach Pianosa und andere umliegenden weiter entfernte Inseln.

Unterkunft in Marina di Campo ist fast überall direkt im Ort oder etwas ausserhalb möglich. Wir hatten übers Internet bei einer italienischen Familie ein kleines Häuschen gebucht. 2 Zimmer mit eigener Terasse, kleiner Küche und Bad. Kostenpunkt in der Hochsaison DM 800,-. Lage ca. 1,2 km ausserhalb des Ortes. Es lohnt sich übrigens etwas weiter ausserhalb zu wohnen, da im Ort doch täglich immer bis Mitternach und darüber hinaus Halli Galli ist.

Fazit: Italien pur, Sichtweiten wie in der Karibik, sehr viel Fisch, eine traumhafte Insel, traumhaftes Wetter und zum Heulen, dass wir wieder in Deutschland sind.

 Für Infos und Fragen bin ich zu erreichen unter
 christoph.moldaschl@okay.net

"unterwasser" gewählt wurde.

Autor: Christoph Moldaschl, 24. Juli 1999

Copyright 1999 by Oliver Wild
webmaster